Erworbene homonyme Gesichtsfelddefekte (HVFDs) führen zu erheblichen Beeinträchtigungen und mindern die Lebensqualität. Innerhalb der ersten Monate tritt eine spontane Besserung ein, danach nimmt die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Sehverbesserung ab, sodass eine Rehabilitation notwendig wird. Die Rehabilitation bei HVFDs ist typischerweise langwierig und intensiv und wird ambulant durchgeführt, was die Rückkehr in den Alltag erschwert. Tele-Rehabilitation bietet eine Möglichkeit, die Therapie in der chronischen Phase der Erkrankung fortzusetzen und langfristige Unterstützung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu gewährleisten. Sie ermöglicht es Betroffenen, selbstständig, intensiv und aktiv zu Hause in vertrauter Umgebung unter Fernüberwachung zu trainieren. Die Wirksamkeit der Tele-Rehabilitation bei chronischen HVFDs im Erwachsenenalter bedarf jedoch noch empirischer Belege.
Bolognini et al. (2025) untersuchen in deren klinischen Studie (single-arm) die Wirksamkeit eines häuslichen, telemedizinisch betreuten, kompensatorischen audiovisuellen Trainings (AVT) bei 26 Erwachsenen mit chronischen HVFDs nach einer Hirnläsion. Es wurden die unmittelbaren und langfristigen (bis zu 6 Monate) Auswirkungen auf die Gesichtsfeldabtastung, das Lesen, die Aktivitäten des täglichen Lebens und die Stimmungslage untersucht. Prädiktoren für die durch die Behandlung erzielten Verbesserungen wurden unter Berücksichtigung verhaltensbezogener, neuroophthalmologischer (Gesichtsfeldperimetrie und visuell evozierte Potenziale) und neuroradiologischer Variablen (strukturelle Bildgebung von Schädigungen der grauen und weißen Substanz) analysiert. Abschließend wurde die Wirksamkeit des häuslichen AVT mit der eines Präsenztrainings verglichen (16 neue Teilnehmer mit chronischen HVFDs).
Hier geht’s zum vollständigen Artikel: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11849177/