Webinar-Zusammenfassung: Visueller Neglect
Der visuelle Neglect ist eine komplexe Störung der räumlichen Aufmerksamkeit infolge einer Hirnschädigung, bei der Betroffene Reize auf der gegenüberliegenden Seite (meist links) nur eingeschränkt oder gar nicht wahrnehmen. Die Störung betrifft nicht nur das Sehen, sondern mehrere Sinnes- und Handlungssysteme und zeigt sich besonders im Alltag, etwa beim Lesen, Essen oder in der Orientierung.
Die Diagnostik erfolgt multimodal durch neuropsychologische Tests und orthoptische Untersuchungen, wobei auch die Abgrenzung zu reinen Gesichtsfeldausfällen (z. B. Hemianopsie) entscheidend ist.
In der Therapie hat sich ein interdisziplinärer Ansatz bewährt. Evidenzbasierte Verfahren wie visuelles Explorations- und Scanningtraining, Prismenadaptation oder optokinetische Stimulation werden gezielt eingesetzt. Besonders wirksam ist die Kombination dieser Methoden sowie deren Einbettung in alltagsnahe Aktivitäten.
Ziel der Rehabilitation ist nicht nur die Verbesserung von Testergebnissen, sondern vor allem eine nachhaltige Steigerung der Selbstständigkeit und Teilhabe im täglichen Leben.
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